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Bedarfsgerechte Bewässerung von Rasenflächen

Die Bewässerung ist neben der regelmäßigen Mahd und der angepassten Düngung ausschlaggebend für eine kräftige und sattgrüne Rasenfläche. Es sind grundlegende Dinge zu beachten, um die Bewässerung angemessen durchzuführen und die Hinweise des Rasens richtig zu deuten.

Der Wasserbedarf variiert je nach Umweltbedingungen

Bei der Ermittlung des Wasserbedarfs spielt die Lage eine entscheidende Rolle: Die meisten Rasenflächen liegen in der prallen Sonne, was für die Mehrheit an Rasengräsern der bevorzugte Standort ist. Dadurch verdunstet das Wasser schneller, als in schattigen Lagen. An sehr heißen und sonnigen Tagen können dadurch über 7 L/m² durch Transpiration und Evaporation verloren gehen. Durch das flache Wurzelsystem der Rasengräser von etwa 15 cm sind diese in Gärten auf die Versorgung über die Oberfläche angewiesen.

Leichte und sandige Böden sind nicht in der Lage, viel Wasser zu halten und die schwache Kapillarität sorgt nicht für die nötige Nachlieferung aus den tiefliegenden Wasserreserven. Auch versickert das Wasser schneller, was in lehmigen oder stark tonhaltigen Böden nicht der Fall ist. Schwere Böden können Wasser besser speichern, zeigen bei Trockenheit aber auch stärkere Schäden an den Wurzeln, weshalb eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig ist. Die Wiederbefeuchtung gestaltet sich ebenfalls schwerer als bei leichten Böden, die schneller Wasser aufnehmen, sodass davon weniger abfließen kann.

Durch längere Trockenphasen kommt es unabhängig von der Bodenart zu Schädigungen des Rasens. Das Wachstum kann nicht mehr optimal stattfinden, Nährstoffe werden nicht gelöst und der Rasen verliert an Konkurrenzstärke oder stirbt ganz ab. Zudem begünstigt die Trockenheit das Auflaufen bestimmter Unkräuter wie Mittlerer Wegerich, Schafgarbe oder Vogelknöterich. Diese vertragen einen trockenen und ausgelaugten Boden besser und können sich gegen den Rasen durchsetzen. Sobald die Unkräuter sich etabliert haben, wird es umso schwerer, sie wieder aus dem Bestand zu bekommen. Deshalb ist von vornherein eine angepasste und korrekte Pflege wichtig, um eine dominante, schöne und dichte Rasenfläche zu erhalten. 

Wann sollte der Rasen bewässert werden?

Mithilfe eines Regenmessers sollte jeder Gartenbesitzer die Niederschläge messen und im besten Fall aufzeichnen. Für wen der Aufwand zu hoch ist, der kann an einigen Anzeichen erkennen, dass der Rasen eine zu geringe Wasserversorgung erhält.

Sofern die Halme schlaff sind, sich eingerollt haben oder hängen, ist die Versorgung mit Wasser in den letzten Tagen zu niedrig gewesen. Die Menge, die bewässert wird, sollte überprüft und nachvollzogen werden, ob die Verteilung gleichmäßig war und zur richtigen Uhrzeit stattgefunden hat. Auch die Trittprobe zeigt, ob die Fläche ausreichend versorgt worden ist. Stellen sich die Gräser nach dem Betreten nur sehr langsam wieder auf, ist es höchste Zeit die Bewässerung anzupassen.

Fortgeschrittene Schäden sind Grau- oder Gelbstichigkeit der Rasengräser sowie das Absterben und braun werden. Diese Schäden können beseitigt werden, indem die Pflegemaßnahmen an die Bedingungen angepasst werden und der Rasen gestärkt wird. Je nach Größe des Schadens sollte eine Nachsaat erfolgen, um die Besiedelung von Lücken durch Unkräuter zu verhindern.

Welche Tageszeit sollte für die Bewässerung genutzt werden?

Durch die Hitze im Sommer, aber auch starke Sonneneinstrahlung im Frühjahr und Herbst, kommt es zu großen Verdunstungsverlusten, die unbedingt vermieden werden sollten. Es hat sich aufgrund des Tagesablaufs eingebürgert, die Flächen am Abend zu wässern, was allerdings ebenfalls nicht optimal ist. Da die Halme in der kühleren Nacht feucht bleiben, haben Pilzkrankheiten bessere Ausgangsbedingungen und können die Rasengräser leichter befallen. Zudem ist der Boden oft noch so warm, dass auch am Abend viel Wasser verdunstet und verloren geht. Hingegen wird durch die Taubildung am Morgen der Boden bereits leicht benässt. Das führt dazu, dass das Gießwasser besser vom Boden aufgenommen wird und schnell in den Boden eindringen kann. Dementsprechend eignen sich die frühen Morgenstunden am besten zur Bewässerung. Gleichzeitig trocknen die Gräser schneller ab und Pilze haben es schwerer den Rasen zu schädigen.

Im besten Fall wird die morgendliche Bewässerung auf zwei Teilgaben gesplittet, sofern die Zeit oder Technik dies zulassen. Ein paar Stunden nach der Bewässerung am frühen Morgen, bevor die Sonne allzu hoch steht, führt die zweite Bewässerung zur optimalen Versorgung des Bodens und somit des Rasens.

Bewässerung Rasenflächen

Sollte der Rasen täglich bewässert werden?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass eine tägliche Bewässerung zur besten und gesündesten Rasenfläche führt. Das ist leider so nicht korrekt. Die häufige Gabe von Wasser in großen Mengen führt zu einem zu feuchten Boden mit einer schlechten Luftführung, was an den Wurzeln und Bodenorgansimen zu erheblichen Schäden führen kann. Im schlimmsten Fall entsteht eine ständige Staunässe. Bei geringeren Wassergaben wiederum wird lediglich die oberste Bodenschicht mit Wasser versorgt, was beim Ausbleiben der Bewässerung zur raschen Austrocknung führt. Die Gräser werden dabei nicht motiviert ein tiefreichendes Wurzelwerk ausbilden, da sie an die gleichmäßig feuchte obere Schicht gewöhnt sind. Dadurch können sie trockene Perioden sehr viel schlechter überstehen.

Eine seltenere und dafür ausgiebige Bewässerung ist notwendig, um den Rasen so zu erziehen, wie er gewünscht ist. Ein kräftiges Wurzelwerk bedeutet nicht bloß einen gesunden und robusten Rasen, sondern hindert auch Unkräuter daran Fuß zu fassen, wodurch sich eine homogene Fläche ergibt. Die Faustregel für die Bewässerung sieht wie folgt aus:

Jahreszeit Bewässerungs-Häufigkeit Bewässerungs-Menge
Frühjahr Nur bei Trockenheit 1 x pro Woche 10-15 L/ m²
Sommer 1 bis 3 x pro Woche je nach Hitze und Sonneneinstrahlung 10-15 L/ m²
Herbst Nur bei Trockenheit 1 x pro Woche 10-15 L/ m²

Schwere Böden können das Wasser durch ihre hohe Kapazität besser halten und die Intervalle können erhöht werden, sodass die Bewässerung im Sommer auf ein- bis zweimal pro Woche verringert wird. Die Gaben sollten aufgrund des höheren Porenvolumens allerdings am oberen Ende der Empfehlung liegen. Hingegen können die Wassermengen bei Sandböden geringer sein, dafür die Intervalle verkürzt werden und im Sommer bis zu dreimal die Woche bewässert werden.

Tipp

Rasenfilz bildet eine tote organische Schicht im Rasen, die den Luftaustausch sowie die Wasser- und Nährstoffzufuhr behindert. Er kann je Zentimeter Dicke 10 L/m² Wasser speichern und es für den Rasen unzugänglich machen. Stattdessen besiedelt Moos den Rasenfilz und breitet sich aus. Durch Vertikutieren kann die Schicht zerstört und abgeharkt werden. Doch auch DCM RASEN PUR dient dem Abbau von Rasenfilz durch die enthaltenen Mikroorganismen und versorgt den Rasen zusätzlich mit Nährstoffen.

Sprinkleranlagen und Rasensprenger können eine Rasenfläche präzise mit dem nötigen Wasser versorgen. Jedoch sollte stets die Einstellung überprüft werden, da die Mengen beispielsweise durch den regionalen Wasserdruck enorm beeinflusst werden können. Deshalb sollte mithilfe eines Regenmessers die tatsächlich ausgebrachte Menge kontrolliert werden, um Gewissheit zu haben, dass der Zielwert erreicht wurde. Mit modernen, automatischen Bewässerungssystemen mit Timer und Feuchtigkeitssensor kann eine sehr genaue Bewässerung durchgeführt werden. Doch auch hier gilt die genaue Planung und Durchführung, um eine gesunde, kräftig grüne und dichte Rasenfläche zu erhalten.

Bei einem Regenmesser gilt: 1 mm = 1 L/m2. Außerdem gilt als Faustformel 1 mm = 1 cm Bodentiefe.

Tipp

Sie können ein Stück Rasensode aus dem Boden herausstechen oder -schneiden, um die Verteilung des Wassers zu kontrollieren. Verteilt sich das Wasser gleichmäßig und tief, ist die Bodenstruktur in Ordnung, doch wenn sich Horizonte bilden oder das Wasser an bestimmten Stellen gehalten wird, lohnt sich ein genauerer Blick. Nach der Prüfung kann das Stück einfach wieder eingesetzt und festgetreten werden.

 Bodenprobe Rasen

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