Temperatur und Standort: Ruhezeiten einhalten
Optimale Bedingungen für diese Pflanzen erzielt man ganz einfach, indem man die Orchidee über den Sommer draußen im Garten hält: Zum Herbst hin werden die Temperaturen nachts automatisch kälter. Gleichzeitig reduziert man die Gieß- und Düngegaben. Im September, wenn die Temperaturen nachts unter 10 Grad fallen, holt man die Orchidee herein und stellt sie an einen hellen, aber kühlen Ort, zum Beispiel ins Schlafzimmer oder in ein unbeheiztes Treppenhaus.
Hier bilden sich Blütentriebe und Knospen. Auch während der Blüte im Winter sollte die Pflanze nur sparsam gegossen werden, in dieser Zeit nicht düngen. Im Frühjahr läutet der erste Trieb wieder die Wachstumsphase ein.
Standort-Tipp: Stellen Sie temperiert zu haltende Orchideen hell, aber ohne dauerhafte pralle Mittagssonne. Cattleya- und Oncidium-Hybriden benötigen deutlich mehr Licht als eine typische Phalaenopsis, sonst bleibt die Blüte aus.
Orchideen gießen: kontrolliert, gleichmäßig, ohne Staunässe
Nutzen Sie vorzugsweise das Tauchverfahren und lassen Sie die Pflanze anschließend vollständig abtropfen. Die viel dünneren Wurzeln als zum Beispiel bei Phalaenopsis speichern nur wenig Wasser und tolerieren keine Staunässe – darum lieber häufiger gießen und das Substrat dann abtrocknen lassen.
So geht’s: Tauchverfahren in 4 Schritten
Nehmen Sie den Kulturtopf aus dem Übertopf.
Stellen Sie den Wurzelballen für etwa 10 Minuten in ein lauwarmes Wasserbad.
Lassen Sie den Topf sehr gut abtropfen.
Gießen Sie Wasser im Übertopf konsequent ab – Staunässe ist einer der häufigsten Pflegefehler.
Luftfeuchte und Luftbewegung: der „Stabilitätsfaktor“
Gerade bei Oncidium- und Miltonia-Hybriden lohnt es sich, Luftfeuchte und Luftbewegung zu optimieren. Hierbei gilt: nicht „tropisch nass“, sondern gleichmäßig. Wenn die Raumluft trocken ist, hilft eine Schale mit Blähton und Wasser unter dem Topf (Topf steht dabei nicht im Wasser). Gleichzeitig ist eine leichte Luftbewegung sinnvoll, damit Blätter und Wurzeln nach dem Wässern gut abtrocknen.
Ziehharmonika-Wuchs an den Blättern zeigt eine zu unregelmäßige Wasserversorgung an.
Düngen: mild, aber regelmäßig in der Wachstumszeit
Wir empfehlen, die Düngung möglichst mit dem Gießen zu kombinieren, zum Beispiel mit dem CUXIN DCM Flüssigdünger Orchideen Bio. Das ist für temperierte Orchideen praktisch, weil Sie damit gleichmäßiger und risikoärmer düngen. Düngestäbchen und ähnliches funktionieren bei Orchideen nicht, da sich der Wirkstoff nicht im Substrat verteilen kann.
Einfacher Rhythmus (praxisnah):
Während des aktiven Wachstums regelmäßig, in schwächerer Lichtzeit zurückhaltender düngen.
Bei sichtbarem Neutrieb beginnen Sie mit dem Düngen und steigern allmählich.
Umtopfen: wenn das Substrat veralgt oder nicht mehr richtig abtrocknet
Epiphytische Orchideen leben in der Natur auf Bäumen und benötigen daher ein lockeres, luftiges, strukturstabiles Substrat. Wir empfehlen DCM AKTIV-ERDE Orchideen aus sorgfältig abgesiebter Pinien- und Kiefernrinde und Sphagnum-Moos als natürlichen Wasserspeicher.
Sobald das alte Substrat zusammensackt oder die Struktur verliert, sollten Sie es austauschen. Als Richtwert etwa alle zwei Jahre (Frühjahr/Herbst je nach Neutrieb).
So geht’s: Umtopfen kurz und sicher
Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen, altes Substrat entfernen.
Nicht vitale Wurzelteile entfernen; Schnittstellen desinfizieren (z. B. Kohlepulver).
Locker In frisches Orchideensubstrat setzen, nicht „feststopfen“.
Wichtig: Nach dem Umtopfen eine Woche nicht gießen, damit beschädigte Wurzeln abheilen können.
Beliebte temperiert zu haltende Orchideen: kurze Steckbriefe
Cattleya
Sehr hell kultivieren, verträgt sogar direkte Sonne, Nachtabsenkung unterstützt Wachstum und Blüte; vertragen im Sommer Hitze bis 28 Grad
Oncidium-Hybriden
Meist mittel bis warm; im Wohnraum oft erfolgreich, wenn Sie Staunässe vermeiden und für gleichmäßige Bedingungen sorgen.
Miltonia
Mittlere Temperatur, Mindesttemperatur etwa 16 °C; bei Wärme für höhere Luftfeuchte sorgen, nicht zu hell stellen. Bei Ziehharmonika-Wuchs gleichmäßiger düngen und wässern.
Dendrobium (je nach Typ)
Dendrobium ist keine „Ein-Regel-Gattung“. Entscheidend ist, welchen Typ Sie haben – erst dann sollten Sie Temperatur und Ruhephase festlegen.