Der richtige Standort für Warmhaus-Orchideen
Warm wachsende Orchideen mögen es hell, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Gleichzeitig reagieren sie empfindlich auf Zugluft und häufiges Drehen oder Umstellen – viele Orchideen sind standorttreu.
So prüfen Sie in 30 Sekunden, ob der Platz passt:
Ist es dort die meiste Zeit wohnraumwarm (nicht direkt am kalten Fensterzug)?
Haben Sie viel Tageslicht, aber keine dauerhafte Mittagssonne auf den Blättern?
Können Sie die Luftfeuchte zumindest moderat erhöhen (z. B. Schale mit Blähton/Wasser unter dem Topf, ohne dass der Topf im Wasser steht)?
Orchideen gießen: weniger Wasser, aber richtig
Orchideen brauchen keine großen Wassermengen – entscheidend ist die Dosierung. Zu viel Wasser und vor allem Staunässe sind häufige Ursachen für Wurzelfäule. Deshalb gilt: lieber etwas zu wenig als zu viel, und erst wieder wässern, wenn das Substrat abgetrocknet ist.
So geht’s: Tauchverfahren
Nehmen Sie den Kulturtopf aus dem Übertopf.
Tauchen Sie den Topf in kalkarmes, lauwarmes Wasser (z. B. Regenwasser) für etwa 10 Minuten.
Lassen Sie die Pflanze sehr gut abtropfen.
Gießen Sie Wasser im Übertopf konsequent ab: Orchideen reagieren empfindlich auf Staunässe.
Woran erkennen Sie den richtigen Zeitpunkt?
Die Luftwurzeln helfen als „Feuchteanzeiger“: Das Velamen wirkt bei Trockenheit oft silbrig, bei guter Wasserversorgung eher grünlich. Sobald der Topf deutlich abgetrocknet ist, können Sie wieder tauchen.
Typische Fehler:
„Schluckweise gießen“ statt richtig tauchen (die Wurzeln werden ungleichmäßig versorgt).
Wasser im Übertopf stehen lassen (Staunässe).
Luftfeuchtigkeit: der unterschätzte Erfolgsfaktor
Viele Warmhaus-Orchideen stammen aus tropischen Regionen und bevorzugen höhere Luftfeuchte. Wenn Ihre Raumluft durch Heizungsluft trocken ist, hilft eine einfache Maßnahme: Blähton in den Übertopf, Wasser darunter, sodass die Pflanze „trockenen Fußes“ steht.
Wenn Sie zusätzlich gelegentlich die Umgebung (nicht dauerhaft die Blattachseln) fein benebeln, steigt die Luftfeuchte ohne dass das Substrat vernässt.
Düngen: mild und regelmäßig
Orchideen sind keine Starkzehrer. Wir empfehlen daher einen milden Flüssigdünger, der an die Bedürfnisse von Orchideen angepasst ist, wie den CUXIN DCM Flüssigdünger Orchideen Bio: Er enthält neben den Hauptnährstoffen zudem wachstumsfördernde Mikroorganismen sowie wichtige Spurenelementen. So erhält Ihre Orchidee alles, was sie braucht, für tiefgrüne Blätter und eine immer wiederkehrende Blüte.
Warm zu haltende Orchideen werden durchkultiviert, also das ganze Jahr über regelmäßig gegossen und gedüngt. Sie haben keine ausgeprägte Ruhezeit, wie kühl zu haltende Orchideen.
So machen Sie es:
Düngen Sie am besten zusammen mit dem Gießen (Dünger ins Tauch-/Gießwasser). Dafür eignet sich am besten ein Flüssigdünger.
Beachten Sie die Angaben zur Dosierung (Orchideenwurzeln reagieren empfindlich).
Umtopfen: alle paar Jahre – und danach Geduld
Spätestens wenn das Substrat zusammensackt oder der Topf zu klein wird, sollten Sie umtopfen – ungefähr etwa alle zwei Jahre, je nach Wachstum. Wichtig ist ein luftiges, strukturstabiles Orchideensubstrat wie die DCM AKTIV-ERDE Orchideen: das Bio-Substrat enthält strukturstabile Pinien- und Kiefernrinde sowie Sphagnum-Moos als natürlichen Wasserspeicher und wurzelaktivierende Mykorrhiza-Pilze.
So geht’s: Umtopfen in kurzen Schritten
Orchidee nochmal gut tauchen, damit sich die Wurzeln vollsaugen können
Dann die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen, altes Substrat entfernen. Achten Sie darauf, die Wurzeln so wenig wie möglich zu beschädigen.
Abgestorbene/kranke Wurzeln entfernen, Messer oder Schere vorher über einer Flamme desinfizieren.
Bedecken Sie den Boden des neuen Topfes mit einer Schicht des Substrats. Der neue Topf darf, muss aber nicht größer sein als der alte. Orchideen kommen besser mit weniger als mit zu viel Platz zurecht.
Setzen Sie die Orchidee nun in den Topf, indem Sie die Wurzeln mit einer schraubenden Bewegung vorsichtig in den Topf drücken.
Füllen Sie den Topf weiter mit dem Substrat auf. Achten Sie auf eine gute Verteilung des Substrats. Indem Sie leicht gegen den Topf klopfen, verteilt sich das Substrat besser zwischen den Wurzeln. Nicht andrücken, Lufträume sind willkommen
Wichtig: Nach dem Umtopfen sollte Ihre Orchidee ca. 1 Woche nicht gegossen werden, damit eventuell beschädigte Wurzeln sich ausreichend regenerieren können. Beschädigte Wurzeln könnten unter zu feuchten Bedingungen absterben.
Orchideen schneiden
Beim Schneiden von Phalaenopsis ist durchaus Vorsicht geboten, denn die exotischen Pflanzen sind sehr empfindlich. Komplett vertrocknete Blütentriebe können abgeschnitten werden, das regt auch die Blütenneubildung an. Schneiden Sie niemals noch lebende, grüne Pflanzenteile ab, denn hier entsteht eine anfällige Eintrittsstelle für Krankheiten. Verwelkte Blätter sollten lieber nicht abgetrennt werden, sie fallen in der Regel von selbst ab. Doch verkümmerte oder kranke Wurzeln sollten abgeschnitten werden, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden. Den Wurzelschnitt führen Sie am besten beim Umtopfen der Orchidee durch.
Beliebte Warmhaus-Orchideen: kurze Steckbriefe
Phalaenopsis (Schmetterlingsorchidee)
Warm und standorttreu. Hell ohne direkte Sonne, höhere Luftfeuchte ist vorteilhaft; im Sommer bleibt sie im Haus. Wird das ganze Jahr über durchkultiviert, ohne Ruhepause.
Vanda (oft wurzelnackt kultiviert)
Warm, ca. 20–28 °C, sehr hell. Wurzelnackt hängend häufig täglich tauchen; wurzelnackt in der Glasvase 2× pro Woche wässern und nach ca. 30 Minuten abgießen. Im Sommer ins Freie wie die temperiert zu haltenden Orchideen, damit sie durch die Tag-/Nachtabsenkung der Temperatur Blüten induzieren kann. Keine ausgeprägte Ruhepause.
Dendrobium (Handelsformen, z. B. Dendrobium phalaenopsis)
Warmhaus-Vertreter sind verbreitet, aber: „das typische Dendrobium“ gibt es nicht. Ordnen Sie daher den Typ (z. B. nobile (Kalthaus) vs. Phalaenopsis (Warmhaus)) korrekt zu, bevor Sie Temperatur und Ruhephase festlegen.