Symptome
Typische Anzeichen treten meist bei schwül-warmem Wetter oder nach starken Niederschlägen auf:
Wässrig-glasige, hellgrüne Flecken im Rasen, schleimige Halme bei hoher Luftfeuchtigkeit
Rascher Übergang zu braunen, eingesunkenen Stellen
Erkrankte Gräser lassen sich leicht herausziehen, da die Wurzeln faulig sind
Rasante Ausbreitung innerhalb weniger Tage, oft in Nester-Form
Typischer fauliger Geruch bei starkem Befall
Begünstigende Faktoren
Pythium liebt feucht-warmes Wetter. Besonders gefährdet sind Rasenflächen, auf denen Wasser lange auf der Grasnarbe steht. Hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturen über 20 °C, auch nachts und schlechte Durchlüftung schaffen ideale Bedingungen.
Zusätzlich begünstigen folgende Faktoren den Befall:
Staunässe durch verdichtete Böden oder ungenügende Drainage
Häufige, oberflächliche Beregnung, vor allem in den Abendstunden
Hohe Stickstoffgaben, die weiches, anfälliges Gewebe fördern
Dichte Bestände mit schlechter Luftzirkulation
Gestresste Bestände, beispielsweise nach einer Trockenphase
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Erreger der Pythium-Fäule gehören nicht zu den klassischen Pilzen, sondern zu den Oomyceten (Eipilzen), die nahe Verwandtschaft zu Braunalgen haben. Sie bilden widerstandsfähige Sporen, die sich bei Feuchtigkeit schnell ausbreiten.
Im Boden können diese Sporen überdauern und bei passenden Bedingungen aktiv werden. Besonders tückisch ist die Fähigkeit zur explosionsartigen Vermehrung: Sobald Wasser auf der Grasnarbe steht, entstehen Schwärme von Zoosporen, die sich mit Geißeln fortbewegen und benachbarte Pflanzen infizieren.
Dieses schnelle Infektionsgeschehen erklärt, warum Greenkeeper innerhalb von 48 Stunden massive Ausfälle erleben können.