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Ratschlag

Pythium-Fäule im Rasen erkennen und vorbeugen - Ursachen & Profi-Tipps

Die Pythium-Fäule (Pythium spp.) gehört zu den gefährlichsten Rasenkrankheiten, weil sie besonders auf hochbelasteten Flächen wie Golfgrüns oder Sportrasen in kurzer Zeit enorme Schäden verursachen kann. Verantwortlich sind bodenbürtige Oomyceten (Eipilze), die bei feucht-warmen Bedingungen explosionsartig wachsen.

Während Krankheiten wie Hexenringe über Monate oder Jahre entstehen und sichtbar bleiben, verläuft die Pythium-Fäule extrem schnell: Innerhalb weniger Tage können ganze Flächen absterben. Für Greenkeeper und Gartenbau-Spezialisten ist es deshalb entscheidend, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und die richtige Vorbeugestrategie umzusetzen.

Symptome

Typische Anzeichen treten meist bei schwül-warmem Wetter oder nach starken Niederschlägen auf:

  • Wässrig-glasige, hellgrüne Flecken im Rasen, schleimige Halme bei hoher Luftfeuchtigkeit

  • Rascher Übergang zu braunen, eingesunkenen Stellen

  • Erkrankte Gräser lassen sich leicht herausziehen, da die Wurzeln faulig sind

  • Rasante Ausbreitung innerhalb weniger Tage, oft in Nester-Form

  • Typischer fauliger Geruch bei starkem Befall

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Begünstigende Faktoren

Pythium liebt feucht-warmes Wetter. Besonders gefährdet sind Rasenflächen, auf denen Wasser lange auf der Grasnarbe steht. Hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturen über 20 °C, auch nachts und schlechte Durchlüftung schaffen ideale Bedingungen.

Zusätzlich begünstigen folgende Faktoren den Befall:

  • Staunässe durch verdichtete Böden oder ungenügende Drainage

  • Häufige, oberflächliche Beregnung, vor allem in den Abendstunden

  • Hohe Stickstoffgaben, die weiches, anfälliges Gewebe fördern

  • Dichte Bestände mit schlechter Luftzirkulation

  • Gestresste Bestände, beispielsweise nach einer Trockenphase

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Erreger der Pythium-Fäule gehören nicht zu den klassischen Pilzen, sondern zu den Oomyceten (Eipilzen), die nahe Verwandtschaft zu Braunalgen haben. Sie bilden widerstandsfähige Sporen, die sich bei Feuchtigkeit schnell ausbreiten.

Im Boden können diese Sporen überdauern und bei passenden Bedingungen aktiv werden. Besonders tückisch ist die Fähigkeit zur explosionsartigen Vermehrung: Sobald Wasser auf der Grasnarbe steht, entstehen Schwärme von Zoosporen, die sich mit Geißeln fortbewegen und benachbarte Pflanzen infizieren.

Dieses schnelle Infektionsgeschehen erklärt, warum Greenkeeper innerhalb von 48 Stunden massive Ausfälle erleben können.

Bekämpfung und Vorbeugung

Eine direkte Bekämpfung ist schwierig und hängt stark vom Einsatzzeitpunkt ab. Deshalb liegt der Fokus klar auf vorbeugende Kulturmaßnahmen.

  • Wasserführung optimieren: Staunässe vermeiden, Tautropfen frühzeitig entfernen, Bewässerung anpassen. Am besten morgens durchdringend beregnen, nicht abends.

  • Belüftung verbessern: Regelmäßiges Aerifizieren, Besanden und Reduzieren der Bestandsdichte verbessern Luft- und Wasserhaushalt.

  • Nährstoffmanagement: Keine Überversorgung mit Stickstoff. Setzen Sie auf ausgewogene Düngung, um die Widerstandskraft der Gräser zu fördern.

  • Stress reduzieren: Rasenflächen in kritischen Witterungsphasen entlasten, Schnitthöhen anpassen.

Unterschiede nach Flächennutzung

Auf Golfgrüns ist die Pythium-Fäule besonders kritisch: Der feine, dichte Bestand reagiert empfindlich und die optischen Schäden sind sofort sichtbar. Prävention hat hier oberste Priorität.

Auf Sportrasen kann die Krankheit großflächig zu Ausfällen führen, was die Bespielbarkeit stark einschränkt. Hier gilt es, rechtzeitig für gute Drainage und eine angepasste Bewässerung zu sorgen.

Auf Zierflächen tritt Pythium seltener auf, doch bei Hitzeperioden mit häufiger Beregnung sind auch Privatgärten nicht geschützt.

Mehr erfahren:

Alles über Rasenkrankheiten – Identifizierung und vorbeugende Maßnahmen – können Sie in unserem großen Ratgeber über Rasenkrankheiten nachlesen: Zurück zur Übersicht: Lesen Sie als nächstes unseren Beitrag über Brown Patch / Yellow Patch (Rhizoctonia spp.)

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Gebietsleiter – er berät Sie gern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pythium-Fäule

Durch wässrig-glasige Flecken, die rasch braun werden und faulig riechen. Befallene Pflanzen lassen sich leicht herausziehen.

Eine entscheidende. Oberflächliche Abendbewässerung fördert Pythium massiv. Optimal sind morgendliche, durchdringende Gaben.

Stickstoffüberschüsse vermeiden. Setzen Sie auf ausgewogene Produkte wie DCM VITAL-GREEN, DCM GREEN-BALANCE und DCM GRASS-CARE.

Nein. Zwar ist das Risiko im Sommer am höchsten, aber auch im Frühjahr oder Herbst kann Pythium auftreten, wenn Böden nass und warm sind.

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