Symptome
Die Symptome sind auf den ersten Blick oft spektakulär und lassen sich kaum übersehen:
Dunkelgrüne, dichte Ringe oder Halbkreise im Rasen
Abgestorbene, braune Flächen im Inneren der Ringe, oft mit ausgetrocknetem Rasen
Fruchtkörper (Hutpilze), die nach feuchter Witterung am Rand erscheinen
Verdichteter Boden unterhalb der Ringe, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme zusätzlich hemmt
Hydrophobe Zonen, die die Wasseraufnahme beeinträchtigen oder sogar komplett wasserabweisend wirken.
Im Gegensatz zu anderen Rasenkrankheiten wie Dollar Spot, der direkt die Blätter befällt, wirkt sich der Hexenring indirekt über den Boden aus. Der Pilz verändert das Mikroklima und den Nährstoffhaushalt – mit sichtbaren Folgen für die Grasnarbe.
Typen von Hexenringen
Nicht jeder Hexenring sieht gleich aus oder richtet denselben Schaden an. Man unterscheidet drei Haupttypen:
Typ I: Ring aus abgestorbenem Gras, Neuaustrieb im Zentrumund grüne Gräser am Rand des abgestorbenen Rasens. Besonders auffällig und schädigend.
Typ II: Nur dunkelgrüne Wachstumsringe ohne Absterben des Rasens. Vor allem optisch störend. Fruchtkörper können auftreten (Bovisten, Champignons).
Typ III: Nur Pilzfruchtkörper in Ringform, meist bei feuchtem Wetter sichtbar. Geringe direkte Beeinträchtigung.
Für Sie als Greenkeeper oder Fachbetrieb ist es wichtig, die Typen zu unterscheiden. Während Typ I aktiv das Rasenbild zerstört, sind Typ II und III vor allem ein ästhetisches Problem.
Begünstigende Faktoren
Hexenringe entstehen bevorzugt auf Flächen mit viel organischem Material. Alte Wurzelreste, Baumstümpfe oder Rasenfilz bieten dem Pilz Nährboden. Verdichtungen und mangelnde Belüftung verschärfen das Problem.
Besonders kritisch sind längere Trockenperioden: Der ohnehin belastete Bereich trocknet schneller aus, die Gräser geraten unter Stress, und der Ring hebt sich noch deutlicher vom übrigen Bestand ab. Auf intensiv genutzten Flächen, wie Golfgrüns oder Sportrasen, kann dies zu erheblichen optischen und funktionalen Beeinträchtigungen führen.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Warum wächst der Pilz eigentlich in einem Ring? Die Erklärung liegt im Stoffwechsel: Der Pilz ernährt sich von organischem Material im Boden. Sobald die Nährstoffe an einem Punkt aufgebraucht sind, wächst das Myzel weiter nach außen – immer dem „frischen Futter“ hinterher.
Im Zentrum stirbt das Myzel ab, während am kreisförmigen Rand Stickstoff freigesetzt wird. Das Gras am Rand wächst dadurch dunkelgrün und kräftig, während es im Inneren des Kreises oft unter Wasser- und Nährstoffmangel leidet. So entsteht der charakteristische Ring, der langsam größer wird.
An solchen Schadbildern erkennt man zudem die Wichtigkeit des Bodenlebens. Die Pilze sind extrem effizient in der Nutzung des Stickstoffs, sodass dieser in der Zone freigesetzt wird und den Rasen tiefgrün färben kann. Mit der richtigen Bodenplfege im allgemeinem lassen sich zahlreiche positive Organismen im Boden fördern, die eine ähnliche Wirkung haben (Trichoderma, Bacillus, Mykorrhiza), ohne ein Schadbild hervorzurufen, sondern in Symbiose zu leben.