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Ratschlag

Hexenringe im Rasen erkennen und behandeln - Ursachen & Tipps

Hexenringe (Marasmius oreades und andere Basidiomyceten ) zählen zu den auffälligsten und zugleich hartnäckigsten Rasenkrankheiten. Sie treten weltweit auf – ob auf Sportrasen, Golfgrüns oder Zierrasenflächen – und fordern Greenkeeper wie Gartenbau-Spezialisten gleichermaßen heraus.

Ursache sind bodenlebende Hutpilze, die organisches Material zersetzen und sich dabei ringförmig ausbreiten. Dieser ringförmige Wuchs hat dem Phänomen seinen Namen gegeben. Schon im Mittelalter rankten sich Sagen um „Tanzplätze der Hexen“, wenn Pilzfruchtkörper in Kreisform auf der Wiese standen. Heute weiß man: Dahinter steckt ein komplexes Zusammenspiel zwischen Pilz, Boden und Gräsern.

Symptome

Die Symptome sind auf den ersten Blick oft spektakulär und lassen sich kaum übersehen:

  • Dunkelgrüne, dichte Ringe oder Halbkreise im Rasen

  • Abgestorbene, braune Flächen im Inneren der Ringe, oft mit ausgetrocknetem Rasen

  • Fruchtkörper (Hutpilze), die nach feuchter Witterung am Rand erscheinen

  • Verdichteter Boden unterhalb der Ringe, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme zusätzlich hemmt

  • Hydrophobe Zonen, die die Wasseraufnahme beeinträchtigen oder sogar komplett wasserabweisend wirken.

Im Gegensatz zu anderen Rasenkrankheiten wie Dollar Spot, der direkt die Blätter befällt, wirkt sich der Hexenring indirekt über den Boden aus. Der Pilz verändert das Mikroklima und den Nährstoffhaushalt – mit sichtbaren Folgen für die Grasnarbe.

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Typen von Hexenringen

Nicht jeder Hexenring sieht gleich aus oder richtet denselben Schaden an. Man unterscheidet drei Haupttypen:

  1. Typ I: Ring aus abgestorbenem Gras, Neuaustrieb im Zentrumund grüne Gräser am Rand des abgestorbenen Rasens. Besonders auffällig und schädigend.

  2. Typ II: Nur dunkelgrüne Wachstumsringe ohne Absterben des Rasens. Vor allem optisch störend. Fruchtkörper können auftreten (Bovisten, Champignons).

  3. Typ III: Nur Pilzfruchtkörper in Ringform, meist bei feuchtem Wetter sichtbar. Geringe direkte Beeinträchtigung.

Für Sie als Greenkeeper oder Fachbetrieb ist es wichtig, die Typen zu unterscheiden. Während Typ I aktiv das Rasenbild zerstört, sind Typ II und III vor allem ein ästhetisches Problem.

Begünstigende Faktoren

Hexenringe entstehen bevorzugt auf Flächen mit viel organischem Material. Alte Wurzelreste, Baumstümpfe oder Rasenfilz bieten dem Pilz Nährboden. Verdichtungen und mangelnde Belüftung verschärfen das Problem.

Besonders kritisch sind längere Trockenperioden: Der ohnehin belastete Bereich trocknet schneller aus, die Gräser geraten unter Stress, und der Ring hebt sich noch deutlicher vom übrigen Bestand ab. Auf intensiv genutzten Flächen, wie Golfgrüns oder Sportrasen, kann dies zu erheblichen optischen und funktionalen Beeinträchtigungen führen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Warum wächst der Pilz eigentlich in einem Ring? Die Erklärung liegt im Stoffwechsel: Der Pilz ernährt sich von organischem Material im Boden. Sobald die Nährstoffe an einem Punkt aufgebraucht sind, wächst das Myzel weiter nach außen – immer dem „frischen Futter“ hinterher.

Im Zentrum stirbt das Myzel ab, während am kreisförmigen Rand Stickstoff freigesetzt wird. Das Gras am Rand wächst dadurch dunkelgrün und kräftig, während es im Inneren des Kreises oft unter Wasser- und Nährstoffmangel leidet. So entsteht der charakteristische Ring, der langsam größer wird.

An solchen Schadbildern erkennt man zudem die Wichtigkeit des Bodenlebens. Die Pilze sind extrem effizient in der Nutzung des Stickstoffs, sodass dieser in der Zone freigesetzt wird und den Rasen tiefgrün färben kann. Mit der richtigen Bodenplfege im allgemeinem lassen sich zahlreiche positive Organismen im Boden fördern, die eine ähnliche Wirkung haben (Trichoderma, Bacillus, Mykorrhiza), ohne ein Schadbild hervorzurufen, sondern in Symbiose zu leben.

Bekämpfung und Vorbeugung

Eine direkte Bekämpfung der Hexenring-Pilze ist nicht möglich. Erfolgreiches Management bedeutet, die Symptome zu mindern und die Vitalität der Grasnarbe zu fördern.

  • Boden pflegen: Regelmäßiges Aerifizieren, Vertikutieren und Sanden verbessern den Luft- und Wasserhaushalt.

  • Wasser steuern: Sorgen Sie für tiefgründige Bewässerung im Bereich der Ringe. Das mindert die Austrocknung.

  • Nährstoffversorgung: Setzen Sie auf eine ausgewogene Düngung mit Spezialprodukten von DCM, um die Widerstandskraft der Gräser zu stärken.

  • Boden verbessern: Einsatz von organischen Bodenhilfsstoffen, die den Abbau organischer Substanz unterstützen und die mikrobielle Aktivität regulieren. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag über Nährstoffversorgung und Bodenverbesserung

  • Kosmetisch eingreifen: Bei stark sichtbaren Schäden können Ringe mit Substrat überdeckt und nachgesät werden.

Unterschiede nach Flächennutzung

Auf Golfgrüns fallen selbst schwache Hexenringe stark ins Auge. Hier ist eine konsequente Kombination aus Belüftung, Sanden, Wetting-Agents und gezielter Nährstoffgabe notwendig.

Auf Sportrasen sind vor allem Typ-I-Ringe problematisch, da sie die Strapazierfähigkeit mindern. Hier steht die Förderung einer dichten, robusten Grasnarbe im Vordergrund – auch Biostimulantien können einen positiven Einfluss auf das Mikrobiom haben.

Auf Zierflächen stören Hexenringe vor allem optisch. Eine gute Wasserversorgung mit einem Wetting-Agent und gezielte Düngung helfen, die Unterschiede im Rasenbild auszugleichen.

Praxis-Tipp:


Stärken Sie Ihre Grasnarbe je nach Jahreszeit mit den passenden Spezialdüngern von DCM:

  • Vor der ersten Düngung: DCM VIVISOL® Biostimulant zur Förderung positiver Bodenlebewesen und Anreicherung von Bacillus sp.

  • Frühjahr: DCM VITAL-GREEN für einen schnellen Start ins Wachstum

  • Sommer: DCM HYDRO-GREEN für gleichmäßige Versorgung mit Wetting Agent und Nährstoffen – beugt Hexenringen vor

  • Herbst: DCM GRASS-CARE mit hohem Kaliumanteil zur Abhärtung der Gräser

So erhöhen Sie die Stressresistenz und mindern die Sichtbarkeit der Ringe nachhaltig.

Akute Hilfe:

Hexenringe führen häufig zu hydrophoben Zonen, also Bereichen, in denen Wasser weder eindringen noch aufgenommen werden kann. Abhilfe dabei schafft ein Wetting Agent wie DCM INTRO 2.0. Auf betroffenen Stellen wird die Hydrophobie durch die Anwendung gebrochen und Wasser sowie Nährstoffe können wieder fließen.

Mehr erfahren:

Erfahren Sie mehr über Rasenkrankheiten in unserem großen Überblick. Lesen Sie auch unseren Beitrag über Pythium-Fäule.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Hexenringen

Die Pilze selbst schädigen den Rasen nicht direkt. Die Probleme entstehen durch den gestörten Bodenhaushalt: Nährstoff- und Wassermangel führen zu Ausfällen.

Nein. Pflanzenschutzmittel wirken hier nicht. Entscheidend sind Bodenpflege, Bewässerung und Nährstoffmanagement. Ein Wetting-Agent wie DCM INTRO 2.0 kann Wunder wirken.

Am Rand setzen die Pilze Stickstoff frei. Dadurch wächst das Gras kräftiger und dunkler als im restlichen Bestand.

Sie sind vielleicht nicht mehr zu sehen, verschwinden aber selten komplett aus der Fläche. Ohne Gegenmaßnahmen können sie über viele Jahre bestehen bleiben oder sich sogar ausweiten.

Eine abgestimmte Jahresversorgung: DCM VITAL-GREEN im Frühjahr, DCM GREEN-BALANCE im Sommer und DCM GRASS-CARE im Herbst. Biostimulantien wie DCM VIVISOL® und Wetting-Agents wie DCM INTRO 2.0 helfen vorbeugend und helfen bei der Wiederbenetzung

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