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Ratschlag

Trichoderma im Profibereich: Biostimulanzien für eine aktive Rhizosphäre, starke Wurzeln und resiliente Kulturen

Trichoderma (Trichoderma spp.) sind natürliche Bodenpilze, die sich besonders in der Rhizosphäre (Wurzelraum) als äußerst wertvolle Partner für Kulturpflanzen etabliert haben. In modernen Produktionssystemen werden ausgewählte Trichoderma-Stämme gezielt als mikrobielle Biostimulanzien eingesetzt: Sie besiedeln die Wurzelzone, fördern die Wurzelarchitektur, verbessern die Nährstoffaufnahme und unterstützen die Biodiversität und das Bodenleben.

Gleichzeitig sind viele Trichoderma-Arten dafür bekannt, dass sie gegenüber bodenbürtigen Schadpilzen antagonistisch wirken können – z. B. durch Konkurrenz, enzymatischen Abbau von Pathogenstrukturen oder Mykoparasitismus.

Was ist Trichoderma?

Trichoderma ist eine Gattung filamentöser Pilze, die natürlicherweise in Böden vorkommt und Pflanzenwurzeln ohne negative Effekte kolonisieren kann. In geeigneten Formulierungen - fest oder flüssig - lassen sich Trichoderma-Konidien praxisgerecht in Substraten und im Feld einsetzen.

Als Trichoderma Biostimulanz steht im Profikontext vor allem die phytostimulierende Interaktion im Fokus: Trichoderma kommuniziert biochemisch mit der Pflanze und beeinflusst Wachstums- und Nährstoffprozesse direkt in der Rhizosphäre.

Warum Trichoderma für Pflanzen so effektiv ist

1. Phytostimulation: mehr Wurzelverzweigung, mehr Aufnahmeleistung

Ein zentraler Mechanismus ist die multilevel Kommunikation zwischen Trichoderma und Pflanze. Trichoderma setzt in der Rhizosphäre unter anderem Auxine, kleine Peptide, flüchtige Verbindungen (Volatiles) und weitere aktive Metabolite frei. Das kann die Wurzelverzweigung erhöhen und die Nährstoffaufnahme-Kapazität verbessern – mit positiven Effekten auf Wachstum und Ertrag.

2. Nährstoffmobilisierung: Phosphor & Mikronährstoffe besser verfügbar machen

In der Praxis besonders relevant: Trichoderma kann zur Mobilisierung schwer löslicher Nährstoffformen beitragen. Für Trichoderma harzianum (Stamm T-22) wurde z. B. gezeigt, dass die Solubilisierung unter anderem über Chelatbildung und Redox-Aktivität erfolgen kann, inklusive Rohphosphat und bestimmten Mikronährstoff-Quellen (z. B. Fe-/Mn-/Zn-Formen) – ein wichtiger Baustein für effizientere Nährstoffversorgung in der Rhizosphäre.                          

3. Biodiversität & Rhizosphärenkompetenz: ein aktiveres Bodenökosystem

Mikrobielle Biostimulanzien sind so definiert, dass sie - lebend oder inaktiv - Rhizosphäre oder Pflanzeninneres besiedeln und dadurch die Aufnahme von Primärnährstoffen unterstützen. Die Applikation ist auf Boden, Saatgut oder Pflanzenoberflächen möglich.

Trichoderma wirkt dabei nicht isoliert, sondern als Mikrobiom-Modulator: Mehr Aktivität im Wurzelraum bedeutet häufig auch stabilere Prozesse bei Nährstoffumsatz, Wurzelraum-Besiedelung oder als Stresspuffer.

4. Trichoderma Pflanzenschutz: Antagonismus gegenüber bodenbürtigen Pathogenen

Trichoderma wird in der Literatur als Kandidat für biologische Schutzstrategien beschrieben, mit Mechanismen wie Mykoparasitismus, Zellwandabbau, Konkurrenz um Raum und Nährstoffe sowie Induktion pflanzlicher Abwehr.

Ob ein konkretes Produkt als Pflanzenschutzmittel gilt, hängt von der Zulassung/ Anwendungsbestimmung ab. Biostimulanzien zielen primär auf Vitalität, Nährstoffeffizienz und abiotische Stressresilienz – der gesundheitsfördernde Nebeneffekt durch ein stabiles Wurzelmikrobiom kann dennoch ein entscheidender Vorteil sein.

Wie wird Trichoderma angewendet?

Ziel der Trichoderma-Anwendung ist eine schnelle Besiedelung der Wurzelzone. Wann sollte der Pilz zum Einsatz kommen?

Bewährte Applikationszeitpunkte sind:

  • Substrat-/Erdenbeimischung: ist bei frischen und unbelebten Substraten besonders sinnvoll

  • Beim Pflanzen / Umtopfen: direkt in den Wurzelraum

  • Als Gießanwendung / Tauchbad: gut für die Rhizosphäre

  • Bei Aussaat & Stecklingsvermehrung: zur Unterstützung der Etablierung

Praxis-Tipp:

Je direkter Trichoderma an die aktive Wurzel kommt, desto schneller gelingt die Kolonisation und damit die gewünschte Wirkung in der Rhizosphäre wie mehr Wurzelverzweigung, eine höhere Nährstoffdynamik und als Stresspuffer.

Trichoderma vs. Mykorrhiza: Unterschiede und Synergien

Trichoderma versus Mykorrhiza ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eher ein Funktionsvergleich:

  • Mykorrhiza (AMF/Ektomykorrhiza): spezialisiert auf symbiotische Nährstoff-/Wassererschließung (v. a. Phosphor) über ein ausgeprägtes Hyphennetz.

  • Trichoderma: stärkerer Fokus auf Rhizosphärenkompetenz, Wurzelarchitektur, Metabolite/Signalstoffe, Mikrobiom-Modulation und Antagonismus gegenüber bestimmten Schadpilzen.

In vielen professionellen Systemen werden beide Ansätze komplementär eingesetzt: Mykorrhiza für die Erschließung und den Transport von Wasser und Nährstoffen, Trichoderma dagegen für Wachstums-Dynamik, Wurzelraum-Stabilität und Vitalität.

Natürliche Bodenpilze - Vorteile auf einen Blick

Der Einsatz von Bodenpilzen wie Trichoderma liefert messbare Mehrwerte:

  • Aktivere Rhizosphäre und höhere Biodiversität

  • Bessere Nährstoffeffizienz (insbesondere P- und Mikronährstoffdynamik)

  • Stärkeres Wurzelsystem (mehr Verzweigung, mehr Aufnahmefläche)

  • Robustere Pflanzen bei abiotischem Stress wie Hitze, Trockenstress, Umpflanzstress – je nach Kultur/Management

  • Biologische Stabilisierung gegenüber bodenbürtigen Problemen durch Antagonismus/Mikrobiom-Effekte

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Bei Fragen zu unseren Produkten wenden Sie sich an Ihren Gebietsleiter – er berät Sie gerne.

Kurz zusammengefasst

Am wirksamsten ist die Applikation wurzelnah: in frische Substrate, beim Pflanzen/Topfen oder als Gießanwendung in den Wurzelraum.

Nein. Trichoderma ist ein rhizosphärenkompetenter Bodenpilz mit starker Wirkung auf Wurzelarchitektur, Nährstoffdynamik und Mikrobiom. Mykorrhiza dagegen ist eine spezifische Symbiose mit Nährstoff-/Wassertransfer über das Myzelnetz.

Trichoderma kann durch Antagonismus und Abwehrinduktion zur Stabilisierung der Pflanzengesundheit beitragen. Ob es „Pflanzenschutz“ im rechtlichen Sinne ist, hängt von Produktzulassung und Anwendungsbestimmung ab. Es gibt Trichoderma, die in Pflanzenschutzprodukten verwendet werden.

Optimal ist die Anwendung zum Kulturstart, weil Trichoderma dann die Rhizosphäre früh besiedeln kann: bei Aussaat, Stecklingsvermehrung, beim Pflanzen/Umtopfen oder direkt bei der Substratherstellung. Je früher die Wurzelzone kolonisiert wird, desto stärker sind typischerweise die Effekte auf Wurzelbildung, Nährstoffaufnahme und Pflanzenwachstum – insbesondere in Phasen mit Anwachs- oder Umpflanzstress.

In der Praxis ist Trichoderma häufig kombinierbar – entscheidend sind jedoch Mischpartner und Timing:

  • Mit Düngern funktioniert es meist gut, sofern keine extremen Salzspitzen/ungünstige pH-Werte vorliegen.

  • Bei chemischen Pflanzenschutzmitteln (v. a. fungiziden Wirkstoffen) kann es je nach Produkt zu Wirkungsverlusten kommen, weil diese auch nützliche Pilze beeinträchtigen können – deshalb Anwendungen zeitlich trennen und Etikett/Herstellerhinweise beachten.

  • Mit Mykorrhiza ist eine Kombination oft sinnvoll, weil beide Organismengruppen unterschiedliche Funktionen in der Rhizosphäre abdecken (Trichoderma vs. Mykorrhiza als Ergänzung statt Konkurrenz).

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