Wintervögel im Garten
Viele heimische Vogelarten bleiben auch im Winter in unseren Breiten und suchen in Gärten nach Nahrung und Schutz. Mit etwas Beobachtungsglück können Sie eine erstaunliche Vielfalt entdecken:
Rotkehlchen – Sie erkennen es sofort an der roten Brust. Rotkehlchen sind Einzelgänger und picken gerne Haferflocken, kleine Samen oder getrocknete Beeren.
Kohlmeise und Blaumeise – Die beiden häufigsten Meisenarten sind wahre Akrobaten am Futterhaus. Sonnenblumenkerne, Nüsse und Meisenknödel stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan.
Amsel – Sie gehört zu den häufigsten Wintervögeln im Garten. Die Amsel liebt Fallobst, Rosinen und Beeren.
Grünfink – Mit seinem gelb-grünen Gefieder fällt er sofort auf. Grünfinken fressen vor allem ölhaltige Samen wie Sonnenblumenkerne.
Kleiber – Er klettert geschickt kopfüber am Stamm entlang und pickt Nüsse oder Kerne aus Rindenritzen.
Sperlinge (Haussperling, Feldsperling) – Gesellige Körnerfresser, die sich in Gruppen zeigen. Sie schätzen Futterhäuschen mit Getreide, Hirse oder Hafer.
Indem Sie verschiedene Futterarten anbieten und gleichzeitig beerentragende Sträucher im Garten stehen lassen, schaffen Sie ein abwechslungsreiches Buffet für Wintervögel. Lesen Sie hier, wie Sie eine Wildhecke als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Vögel, Wildtiere und Insekten anlegen.
Wildtiere, die im Garten überwintern
Nicht nur Vögel profitieren von einem naturnahen Garten, auch viele andere Tiere suchen hier Schutz in der kalten Jahreszeit:
Igel – Sie halten Winterschlaf in Laub- oder Reisighaufen, in Holzstapeln oder in speziellen Igelhäusern. Ein ungestörter, trockener Platz ist für sie überlebenswichtig.
Eichhörnchen – Anders als der Igel fallen sie nicht in Winterschlaf, sondern halten Winterruhe. Sie wachen regelmäßig auf, um Vorräte zu fressen, die sie im Herbst versteckt haben. Bäume wie Hasel oder Buche sind für sie besonders wertvoll.
Fledermäuse – Einige Arten überwintern in frostfreien Höhlen oder auf Dachböden. Sie brauchen ungestörte Quartiere und profitieren von naturnahen Gärten mit alten Bäumen.
Amphibien – Frösche, Kröten und Molche vergraben sich in der Erde oder ziehen sich in Gartenteiche zurück. Wichtig: Teiche sollten nicht vollständig zufrieren, damit Sauerstoffaustausch möglich bleibt.
Insekten – Viele Insektenarten, darunter Marienkäfer, Wildbienen und Schmetterlinge, überwintern in Ritzen, Pflanzenstängeln oder Insektenhotels. Ein wilder Garten mit Staudenresten und Holz bietet ihnen perfekte Bedingungen.
Ein Garten, der nicht „aufgeräumt“ ist, sondern natürliche Strukturen zulässt, ist für Wildtiere im Winter überlebenswichtig.
Pflanzen, die Tieren im Winter helfen
Mit gezielter Pflanzenauswahl versorgen Sie Vögel und Wildtiere das ganze Jahr über. Besonders wichtig sind heimische Arten, da sie optimal an die Bedürfnisse unserer Tiere angepasst sind.
Beerensträucher – Holunder, Schlehe, Weißdorn, Hagebutten und Vogelbeere sind wahre Energiequellen für Vögel. Ihre Früchte bleiben oft bis in den Winter hängen.
Heckenpflanzen – Dichte Hecken aus Liguster oder Kornelkirsche bieten Schutz vor Wind und Kälte und liefern zugleich Früchte. Im Gegensatz zu Thuja oder Kirschlorbeer sind sie ökologisch wertvoll.
Stauden mit Samenständen – Sonnenhut, Disteln oder Fenchel sehen im Winter nicht nur schön aus, sie sind auch wichtige Futterquellen für Finken, Sperlinge und andere Körnerfresser. Wie Sie ein Staudenbeet am besten anlegen, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Bäume mit Nüssen und Samen – Eichen, Buchen und Haselsträucher stellen Eicheln, Bucheckern und Nüsse bereit – ein Festmahl für Eichhörnchen, Eichelhäher oder Mäuse.
Immergrüne Pflanzen – Efeu und Stechpalme bieten Schutz und späte Blüten für Insekten. Besonders der Efeu ist wertvoll, da er sehr spät im Jahr blüht.
Pflanzen Sie Sträucher und Hecken möglichst in Gruppen – so entsteht ein kleines Biotop, das Vögeln und Wildtieren mehr Schutz bietet als einzelne Pflanzen. Säen Sie bereits im Frühjahr eine speziell auf die Vorlieben bestimmter Insektengruppen abgestimmte Blumensamen-Mischung und helfen sie damit Marienkäfern, Schmetterlingen und Bienen durchs ganze Jahr.
Praktische Tipps für den tierfreundlichen Garten im Winter
Ein tierfreundlicher Garten braucht keine großen Umgestaltungen – kleine Maßnahmen reichen oft aus, um Tieren zu helfen:
Laub liegen lassen: Unter Laubhaufen finden Igel, Insekten und Amphibien Schutz. Eine dicke Laubschicht schützt zudem den Boden.
Totholz und Reisig nutzen: Ein Holz- oder Reisighaufen ist für Vögel, Insekten und Kleinsäuger ein willkommener Unterschlupf.
Stauden stehen lassen: Schneiden Sie Stauden nicht im Herbst zurück, sondern lassen Sie ihre Samenstände bis ins Frühjahr stehen – sie sind wertvolle Futterquellen für Vögel, Marienkäfer und andere Insekten.
Wasserstellen sichern: Vögel und Wildtiere brauchen auch im Winter Wasser. Halten Sie Vogeltränken frostfrei, zum Beispiel mit schwimmenden Holzstücken.
Futterstellen sauber halten: Wenn Sie zusätzlich füttern, reinigen Sie Futterhäuschen regelmäßig, um Krankheiten zu vermeiden.
Ein naturnah gestalteter Garten belohnt Sie nicht nur mit lebendiger Vielfalt im Winter, sondern auch im Frühjahr mit gesunden Pflanzen, mehr Bestäubern und natürlichen Helfern gegen Schädlinge.